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Asbest

Gebäudeschadstoff erkennen und richtig handeln

Der ENTOX-Ratgeber zum Gebäudeschadstoff Asbest - wo er vorkommt, warum er so gefährlich ist und wie Sie bei einem Verdacht Schritt für Schritt richtig vorgehen.

Asbest war über Jahrzehnte einer der meistverbauten Baustoffe Deutschlands und steckt bis heute in Millionen Bestandsgebäuden. Solange asbesthaltige Materialien unberührt bleiben, geht von ihnen oft keine akute Gefahr aus - kritisch wird es bei Beschädigung, Verwitterung oder unsachgemäßen Bauarbeiten. Dieser Ratgeber erklärt, wo Asbest vorkommt, welches Gesundheitsrisiko von ihm ausgeht und wie Sie bei einem Verdacht richtig handeln.

Auf einen Blick
  • Herstellung und Verwendung von Asbest sind in Deutschland seit 1993 verboten.
  • Besonders betroffen sind Gebäude mit Baujahr zwischen 1950 und 1993.
  • Das Gesundheitsrisiko reicht von Asbestose über Lungenkrebs bis zum Mesotheliom.
  • Eine sichere Identifikation ist nur über eine Materialprobe mit Laboranalyse möglich.

Was ist Asbest?

Asbest ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe natürlich vorkommender, faseriger Silikat-Minerale. Wegen seiner außergewöhnlichen Eigenschaften - hitze- und säurebeständig, zugfest, isolierend und billig - galt er lange als „Wunderfaser" und wurde in mehreren tausend Bauprodukten verarbeitet.

Entscheidend für die Gefahrenbewertung ist die Bindungsform. Fest gebundener Asbest ist in einer Matrix wie Zement eingebunden (zum Beispiel Asbestzement); der Faseranteil liegt bei rund 10 bis 15 Prozent, und solange das Material intakt ist, werden kaum Fasern frei. Schwach gebundener Asbest - etwa Spritzasbest oder Asbestpappe - hat einen Faseranteil von häufig über 60 Prozent und setzt schon bei geringer mechanischer Belastung Fasern frei. Diese Unterscheidung bestimmt später auch Aufwand und Verfahren einer Sanierung.

Wo kommt Asbest in Gebäuden vor?

Asbesthaltige Materialien finden sich in nahezu allen Bauteilgruppen von Gebäuden, die zwischen 1950 und 1993 errichtet oder saniert wurden. Typische Fundorte sind:

  • Dach und Fassade: Wellplatten und Fassadenplatten aus Asbestzement, oft unter dem Markennamen Eternit
  • Bodenbeläge: Floor-Flex-Platten, Cushion-Vinyl sowie der schwarze Bitumen- oder Teerkleber darunter
  • Brandschutz und Technik: Spritzasbest auf Stahlträgern, asbesthaltige Brandschutzklappen, Dichtungen, Heizungs- und Rohrisolierungen
  • Innenausbau: Leichtbauplatten in Brandschutz- und Trennwänden, Fensterbänke, Blumenkästen

Warum ist Asbest gefährlich?

Gefährlich ist nicht das Material selbst, sondern die Faser, die daraus freigesetzt wird. Asbestfasern sind extrem fein - viele Male dünner als ein menschliches Haar - und werden mit der Atemluft tief in die Lunge transportiert. Dort kann der Körper sie nicht mehr abbauen; sie verbleiben dauerhaft im Gewebe.

Aus dieser dauerhaften Belastung können schwere Erkrankungen entstehen: die Asbestose, eine Vernarbung des Lungengewebes, sowie Lungenkrebs und das Mesotheliom, ein bösartiger Tumor des Brust- oder Bauchfells, der nahezu ausschließlich durch Asbest verursacht wird. Charakteristisch - und tückisch - ist die lange Latenzzeit: Zwischen der Faseraufnahme und dem Ausbruch einer Erkrankung liegen häufig 20 bis 40 Jahre. Eine ungefährliche Untergrenze für die Faserbelastung gibt es nach heutigem Kenntnisstand nicht.

Wie erkenne ich Asbest?

Mit bloßem Auge lässt sich Asbest nicht zuverlässig erkennen - asbesthaltige und asbestfreie Platten oder Dämmstoffe sehen oft identisch aus. Ein begründeter Verdacht ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Baujahr (1950 bis 1993), Bauteiltyp (siehe oben) und sichtbarem Zustand.

Gewissheit bringt nur eine Materialprobe mit anschließender Laboranalyse. Die Probe muss von einer sachkundigen Person entnommen werden, denn schon die Entnahme kann Fasern freisetzen. Das Labor sollte nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert sein. Erst der schriftliche Befund schafft die Grundlage für jede weitere Entscheidung - von „belassen und beobachten" bis zur vollständigen Sanierung.

Was tun bei Asbest-Verdacht?

Die wichtigste Regel zuerst: Bei Verdacht auf Asbest nicht selbst bohren, sägen, schleifen oder abreißen. Genau diese Tätigkeiten setzen Fasern frei. Lassen Sie verdächtige Bauteile unberührt und vermeiden Sie es, sie zu belasten.

Der richtige Weg führt über einen sachkundigen Fachbetrieb: Er entnimmt die Materialprobe geschützt, lässt sie analysieren und bewertet den Befund. Fällt dieser positiv aus, plant er die Sanierung nach TRGS 519 - mit Behördenanzeige, Schutzmaßnahmen, fachgerechtem Rückbau und dokumentierter Entsorgung auf einer zugelassenen Deponie. Für schwach gebundene Materialien ist zusätzlich eine behördliche Zulassung erforderlich.

Asbest im Gebäude bestätigt?

ENTOX saniert schwach und fest gebundenen Asbest bundesweit - mit behördlicher Zulassung, von der Probenahme bis zur Entsorgung.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Asbest

Nicht zwangsläufig. Bei Gebäuden mit Baujahr zwischen 1950 und 1993 besteht jedoch ein begründeter Verdacht. Sicherheit bringt allein eine Materialprobe mit Laboranalyse.

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